Die Prozesskette umfasst elf Stationen von der Mission bis zum geprüften Bauteil. Zu jeder Station werden die eingesetzten Verfahren beschrieben.
Hier finden Sie eine transparente Beschreibung unserer Methoden. Lediglich interne Parameter, Kalibrierungen und Erfahrungswerte sind bewusst nicht Bestandteil dieser Darstellung.
Ausgangspunkt jeder Auslegung ist der Einsatzzweck des Propellers. Anstelle eines einzelnen Datenblattpunkts beschreibt die Mission mehrere Flugzustände (Schwebe-, Steig- und Reiseflug) mit Fluggeschwindigkeit und Zeitanteil. Der Schubbedarf je Rotor wird daraus mithilfe von Abflugmasse, Rotorzahl und einer Widerstandsabschätzung des Fluggeräts abgeleitet.
Hinzu kommen die Randbedingungen des Systems: maximaler Durchmesser, Blattzahl, Drehzahlbereich, Leistungsgrenze des Antriebs je Rotor, zulässige Machzahl an der Blattspitze, Werkstoff und ggfs. der Motor. Der Luftzustand wird entsprechend der Normatmosphäre für die Einsatzhöhe berücksichtigt.
Drohnenpropeller arbeiten bei vergleichsweise kleinen Reynoldszahlen, bei denen sich Profile deutlich anders verhalten als an großen Tragflügeln. Laminare Ablöseblasen und ein früher Strömungsabriss prägen hier Auftrieb und Widerstand.
Die Profilauswahl erfolgt aus einem Katalog geprüfter Profile, deren Koordinaten gegen die Originalquellen abgeglichen sind. Je Auslegung werden bis zu zehn Profile gerechnet. Die Polaren (Auftrieb und Widerstand über dem Anstellwinkel) liegen reynoldszahlabhängig und über den vollen Winkelbereich bis ±180° vor, sodass auch Anfahrvorgänge und Rückströmung nahe der Nabe abgebildet werden können.
Die Blattelementmethode (BEMT) teilt das Rotorblatt in radiale Streifen auf. Für jeden Streifen werden zwei Betrachtungen verknüpft: die Kräfte am Profil aus lokaler Anströmung und Polare sowie der Impulssatz, der die Beschleunigung der durchströmenden Luft durch den Rotor beschreibt. Aus der Bedingung, dass beide übereinstimmen, folgen die induzierte Geschwindigkeit und der tatsächliche Anstellwinkel.
Verluste an Blattspitze und Nabe werden über einen Verlustfaktor berücksichtigt. Die Lösung ist derart formuliert, dass sie auch im Standschub ohne Vorwärtsgeschwindigkeit robust und eindeutig bleibt.
Sehnen- und Verwindungsverlauf werden über wenige Stützstellen mit monotoner Spline-Interpolation beschrieben, sodass ausschließlich glatte, fertigbare Blätter entstehen. Ein evolutionärer Mehrzielalgorithmus variiert anschließend Durchmesser, Blattzahl, Profil und Verläufe über viele Generationen.
Für jeden Entwurf wird die Drehzahl je Missionspunkt so getrimmt, dass der geforderte Schub erreicht wird. Entwürfe, die eine Grenze verletzen (Drehzahl, Antriebsleistung, Machzahl an der Blattspitze, Festigkeitsreserve, Motorstrom oder -spannung), werden verworfen. Bewertet wird dabei jeweils am maßgebenden Missionspunkt. Übrig bleibt die Pareto-Front, auf der sich kein Entwurf in einem Ziel verbessern lässt, ohne in einem anderen schlechter zu werden. Von den fünf Zielen wählen Sie zwei bis vier für die Optimierung aus. Ihre eigene Gewichtung nehmen Sie erst im Anschluss am Ergebnis vor.
Struktur. Mithilfe eines Balkenmodells werden Fliehkraft und Biegung aus der Luftlast sowie die erste Schlag-Eigenfrequenz bewertet. Der Nachweis erfolgt bei Überdrehzahl, mit getrennten Reserven für Werkstoff und Drehzahl sowie dem Abstand dieser Eigenfrequenz zu den Anregungsordnungen.
Akustik. Der tonale Lärm aus Schub und Drehmoment wird nach Gutin berechnet, der Breitbandanteil mithilfe eines halbempirischen Modells für Grenzschicht und Hinterkante. Ausgewiesen wird der A-bewertete Pegel in einem Referenzabstand.
Die 1D-Berechnung wird gegen öffentliche Windkanalmessungen der UIUC Propeller Data Site abgeglichen, wobei Schub- und Leistungsbeiwert über dem Fortschrittsgrad für Propeller verschiedener Hersteller und Größen verglichen werden. Der Abgleich ist Bestandteil der automatisierten Tests, sodass jede Änderung an Modellen oder Polaren gegen die Messdaten geprüft wird.
Die Gültigkeitsgrenzen der einzelnen Methoden werden im Auslegungsbericht ausgewiesen.
Die Profilschnitte werden zunächst auf Sehne und Verwindung skaliert, entlang einer radialen Stapelachse ausgerichtet und anschließend zu einem geschlossenen Volumen verbunden. Die Nabe wird konstruktiv erzeugt, mit Wellenbohrung, Lochkreis und einem Durchmesser, der sich automatisch an das Wurzelprofil anpasst, sodass das Blatt bündig einläuft.
Pfeilung und eine verrundete Blattspitze sind als nachträgliche Geometrieoptionen wählbar. Da beide in der 1D-Bewertung nicht abgebildet werden, ist für eine belastbare Bewertung solcher Geometrien eine CFD-Analyse erforderlich. Exportiert wird als STEP für die Konstruktion und als STL für Fertigung und Visualisierung.
Gerechnet wird der komplette Propeller im 360°-Vollmodell. Auf eine Symmetrieannahme wird bewusst verzichtet, damit auch asymmetrische Anströmung abgebildet werden kann. Das Rechengebiet skaliert mit dem Durchmesser, Zu- und Abströmrand liegen dabei so weit entfernt, dass sie das Ergebnis nicht beeinflussen.
Gelöst werden die Reynolds-gemittelten Navier-Stokes-Gleichungen (RANS) mit dem k-ω-SST-Turbulenzmodell. Stationär wird mit einem rotierenden Bezugssystem (MRF) gerechnet, im instationären Fall (URANS) mit der Sliding Mesh Methode. Bei achsparalleler Anströmung ist die stationäre Berechnung der Standardfall. Bei der schrägen Anströmung im Reiseflug wird eine zeitaufgelöste Simulation empfohlen, die auf einer stationären Vorberechnung aufbaut.
Die Grenzschicht am Blatt wird wandaufgelöst vernetzt (y⁺ ≈ 1). Die Netzauflösung orientiert sich an charakteristischen Längen (Durchmesser, Profilsehne, Grenzschichtdicke) und wird über Verfeinerungsstudien abgesichert. Vor der Rechnung durchläuft jedes Netz automatische Qualitätsprüfungen. Als konvergiert gilt eine Rechnung, wenn Schub und Moment über viele Iterationen stabil bleiben.
CFD-ERGEBNIS: INSTATIONÄRE BERECHNUNG
Ausgewertet werden Schub, Drehmoment und Leistung sowie daraus abgeleitet Schub- und Leistungsbeiwert und Wirkungsgrad bzw. Gütegrad. Alle Kennwerte werden der 1D-Vorhersage gegenübergestellt, sodass die Abweichung unmittelbar sichtbar wird.
Im Ergebnis-Viewer stehen Oberflächendruck (momentan und zeitlich gemittelt), Geschwindigkeitsfelder in Mittelebene, Rotorebene und zwei Nachlaufschnitten, Stromlinien, Blattspitzenwirbel und akustische Quellen als umschaltbare Ebenen im Browser zur Verfügung.
Die akustischen Quellen werden aus dem Strömungsfeld abgeschätzt: als Volumenquellen aus dem Turbulenzfeld nach Proudman. Damit wird sichtbar, wo Lärm entsteht. Eine Fernfeldprognose ersetzt diese Auswertung jedoch nicht.
Die Strukturanalyse erfolgt am vollständigen Propeller auf Basis des CAD-Modells, fest eingespannt an den beiden Stirnflächen der Nabe. Bohrungen werden dabei vorerst nicht modelliert, die Nabe wird als Vollkörper gerechnet. Auf ein Einzelblatt mit Ersatzeinspannung wird bewusst verzichtet, da gerade der Übergang vom Blatt in die Nabe die kritische Zone darstellt.
Gerechnet werden isotrope Werkstoffe, derzeit PA6-GF30. In einer statischen Strukturanalyse wird die Fliehkraft bei Überdrehzahl aufgebracht. Die anschließende Modalanalyse am belasteten Modell liefert die Eigenfrequenzen des drehenden Propellers, die im Campbell-Diagramm über der Drehzahl den Anregungsordnungen gegenübergestellt werden. Die Reserven werden getrennt nach Werkstoff und Drehzahl ausgewiesen. Auf Anfrage wird zusätzlich die Druckverteilung aus der CFD als Last übernommen.
Die Aussagekraft eines Ergebnisses hängt wesentlich von der Kenntnis seiner Genauigkeit ab. Die folgenden Grenzen werden deshalb auch in jedem Bericht benannt.
Die Prozesskette umfasst elf Stationen von der Mission bis zum geprüften Bauteil. Zu jeder Station werden die eingesetzten Verfahren beschrieben.
Hier finden Sie eine transparente Beschreibung unserer Methoden. Lediglich interne Parameter, Kalibrierungen und Erfahrungswerte sind bewusst nicht Bestandteil dieser Darstellung.
Ausgangspunkt jeder Auslegung ist der Einsatzzweck des Propellers. Anstelle eines einzelnen Datenblattpunkts beschreibt die Mission mehrere Flugzustände (Schwebe-, Steig- und Reiseflug) mit Fluggeschwindigkeit und Zeitanteil. Der Schubbedarf je Rotor wird daraus mithilfe von Abflugmasse, Rotorzahl und einer Widerstandsabschätzung des Fluggeräts abgeleitet.
Hinzu kommen die Randbedingungen des Systems: maximaler Durchmesser, Blattzahl, Drehzahlbereich, Leistungsgrenze des Antriebs je Rotor, zulässige Machzahl an der Blattspitze, Werkstoff und ggfs. der Motor. Der Luftzustand wird entsprechend der Normatmosphäre für die Einsatzhöhe berücksichtigt.
Drohnenpropeller arbeiten bei vergleichsweise kleinen Reynoldszahlen, bei denen sich Profile deutlich anders verhalten als an großen Tragflügeln. Laminare Ablöseblasen und ein früher Strömungsabriss prägen hier Auftrieb und Widerstand.
Die Profilauswahl erfolgt aus einem Katalog geprüfter Profile, deren Koordinaten gegen die Originalquellen abgeglichen sind. Je Auslegung werden bis zu zehn Profile gerechnet. Die Polaren (Auftrieb und Widerstand über dem Anstellwinkel) liegen reynoldszahlabhängig und über den vollen Winkelbereich bis ±180° vor, sodass auch Anfahrvorgänge und Rückströmung nahe der Nabe abgebildet werden können.
Die Blattelementmethode (BEMT) teilt das Rotorblatt in radiale Streifen auf. Für jeden Streifen werden zwei Betrachtungen verknüpft: die Kräfte am Profil aus lokaler Anströmung und Polare sowie der Impulssatz, der die Beschleunigung der durchströmenden Luft durch den Rotor beschreibt. Aus der Bedingung, dass beide übereinstimmen, folgen die induzierte Geschwindigkeit und der tatsächliche Anstellwinkel.
Verluste an Blattspitze und Nabe werden über einen Verlustfaktor berücksichtigt. Die Lösung ist derart formuliert, dass sie auch im Standschub ohne Vorwärtsgeschwindigkeit robust und eindeutig bleibt.
Sehnen- und Verwindungsverlauf werden über wenige Stützstellen mit monotoner Spline-Interpolation beschrieben, sodass ausschließlich glatte, fertigbare Blätter entstehen. Ein evolutionärer Mehrzielalgorithmus variiert anschließend Durchmesser, Blattzahl, Profil und Verläufe über viele Generationen.
Für jeden Entwurf wird die Drehzahl je Missionspunkt so getrimmt, dass der geforderte Schub erreicht wird. Entwürfe, die eine Grenze verletzen (Drehzahl, Antriebsleistung, Machzahl an der Blattspitze, Festigkeitsreserve, Motorstrom oder -spannung), werden verworfen. Bewertet wird dabei jeweils am maßgebenden Missionspunkt. Übrig bleibt die Pareto-Front, auf der sich kein Entwurf in einem Ziel verbessern lässt, ohne in einem anderen schlechter zu werden. Von den fünf Zielen wählen Sie zwei bis vier für die Optimierung aus. Ihre eigene Gewichtung nehmen Sie erst im Anschluss am Ergebnis vor.
Struktur. Mithilfe eines Balkenmodells werden Fliehkraft und Biegung aus der Luftlast sowie die erste Schlag-Eigenfrequenz bewertet. Der Nachweis erfolgt bei Überdrehzahl, mit getrennten Reserven für Werkstoff und Drehzahl sowie dem Abstand dieser Eigenfrequenz zu den Anregungsordnungen.
Akustik. Der tonale Lärm aus Schub und Drehmoment wird nach Gutin berechnet, der Breitbandanteil mithilfe eines halbempirischen Modells für Grenzschicht und Hinterkante. Ausgewiesen wird der A-bewertete Pegel in einem Referenzabstand.
Die 1D-Berechnung wird gegen öffentliche Windkanalmessungen der UIUC Propeller Data Site abgeglichen, wobei Schub- und Leistungsbeiwert über dem Fortschrittsgrad für Propeller verschiedener Hersteller und Größen verglichen werden. Der Abgleich ist Bestandteil der automatisierten Tests, sodass jede Änderung an Modellen oder Polaren gegen die Messdaten geprüft wird.
Die Gültigkeitsgrenzen der einzelnen Methoden werden im Auslegungsbericht ausgewiesen.
Die Profilschnitte werden zunächst auf Sehne und Verwindung skaliert, entlang einer radialen Stapelachse ausgerichtet und anschließend zu einem geschlossenen Volumen verbunden. Die Nabe wird konstruktiv erzeugt, mit Wellenbohrung, Lochkreis und einem Durchmesser, der sich automatisch an das Wurzelprofil anpasst, sodass das Blatt bündig einläuft.
Pfeilung und eine verrundete Blattspitze sind als nachträgliche Geometrieoptionen wählbar. Da beide in der 1D-Bewertung nicht abgebildet werden, ist für eine belastbare Bewertung solcher Geometrien eine CFD-Analyse erforderlich. Exportiert wird als STEP für die Konstruktion und als STL für Fertigung und Visualisierung.
Gerechnet wird der komplette Propeller im 360°-Vollmodell. Auf eine Symmetrieannahme wird bewusst verzichtet, damit auch asymmetrische Anströmung abgebildet werden kann. Das Rechengebiet skaliert mit dem Durchmesser, Zu- und Abströmrand liegen dabei so weit entfernt, dass sie das Ergebnis nicht beeinflussen.
Gelöst werden die Reynolds-gemittelten Navier-Stokes-Gleichungen (RANS) mit dem k-ω-SST-Turbulenzmodell. Stationär wird mit einem rotierenden Bezugssystem (MRF) gerechnet, im instationären Fall (URANS) mit der Sliding Mesh Methode. Bei achsparalleler Anströmung ist die stationäre Berechnung der Standardfall. Bei der schrägen Anströmung im Reiseflug wird eine zeitaufgelöste Simulation empfohlen, die auf einer stationären Vorberechnung aufbaut.
Die Grenzschicht am Blatt wird wandaufgelöst vernetzt (y⁺ ≈ 1). Die Netzauflösung orientiert sich an charakteristischen Längen (Durchmesser, Profilsehne, Grenzschichtdicke) und wird über Verfeinerungsstudien abgesichert. Vor der Rechnung durchläuft jedes Netz automatische Qualitätsprüfungen. Als konvergiert gilt eine Rechnung, wenn Schub und Moment über viele Iterationen stabil bleiben.
Ausgewertet werden Schub, Drehmoment und Leistung sowie daraus abgeleitet Schub- und Leistungsbeiwert und Wirkungsgrad bzw. Gütegrad. Alle Kennwerte werden der 1D-Vorhersage gegenübergestellt, sodass die Abweichung unmittelbar sichtbar wird.
Im Ergebnis-Viewer stehen Oberflächendruck (momentan und zeitlich gemittelt), Geschwindigkeitsfelder in Mittelebene, Rotorebene und zwei Nachlaufschnitten, Stromlinien, Blattspitzenwirbel und akustische Quellen als umschaltbare Ebenen im Browser zur Verfügung.
Die akustischen Quellen werden aus dem Strömungsfeld abgeschätzt: als Volumenquellen aus dem Turbulenzfeld nach Proudman. Damit wird sichtbar, wo Lärm entsteht. Eine Fernfeldprognose ersetzt diese Auswertung jedoch nicht.
Die Strukturanalyse erfolgt am vollständigen Propeller auf Basis des CAD-Modells, fest eingespannt an den beiden Stirnflächen der Nabe. Bohrungen werden dabei vorerst nicht modelliert, die Nabe wird als Vollkörper gerechnet. Auf ein Einzelblatt mit Ersatzeinspannung wird bewusst verzichtet, da gerade der Übergang vom Blatt in die Nabe die kritische Zone darstellt.
Gerechnet werden isotrope Werkstoffe, derzeit PA6-GF30. In einer statischen Strukturanalyse wird die Fliehkraft bei Überdrehzahl aufgebracht. Die anschließende Modalanalyse am belasteten Modell liefert die Eigenfrequenzen des drehenden Propellers, die im Campbell-Diagramm über der Drehzahl den Anregungsordnungen gegenübergestellt werden. Die Reserven werden getrennt nach Werkstoff und Drehzahl ausgewiesen. Auf Anfrage wird zusätzlich die Druckverteilung aus der CFD als Last übernommen.
Die Aussagekraft eines Ergebnisses hängt wesentlich von der Kenntnis seiner Genauigkeit ab. Die folgenden Grenzen werden deshalb auch in jedem Bericht benannt.